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Immer wieder wird von Ärzten und Hebammen bestätigt, dass schwangere Frauen die zur Geburtsvorbereitung Akupunktur erhalten haben, deutlich weniger Schmerzmittel benötigen. Die Geburtsdauer ist weniger lang und
zwar durch die Verkürzung der Eröffnungsphase um mehr als 30%. Dadurch wird auch eine verbesserte Wehenkontraktion erreicht. Ab der 36./37. Woche
wird durch Akupunktur der Muttermund vorbereitet, damit er elastischer
wird. Dazu braucht es die Leber- Energie. Sie
ist verantwortlich für „das freie fliessen des Qi“ und entspannt
die Sehnen und Muskeln. Der Meridian (Leitbahn) verläuft durch den
Unterleib und die Genitalregion. Wenn die Leber- Energie stockt, kann es
zu Schmerzen kommen oder zu einer verlängerten Geburt. Empfehlenswert ist in diesem Stadium das
Magnesium abzusetzen , da es die Wehen hemmen kann. Zur Unterstützung kann Frau 3 Tassen
Himbeerblättertee pro Tag einnehmen, um zusätzlich den Muttermund
weich zu machen. Ausserdem ist eine Dammmassage und Heublumensitzbäder für die Vorbereitung der Geburt empfehlenswert. Ab der 37./38. Woche
wird mittels Akupunktur der Muskeltonus der Gebärmutter beeinflusst.
Die Punkte die ausgewählt werden, haben eine stark absenkende Funktion,
was heissen will, dass man das Kind ins kleine Becken sinken lässt,
damit das eintreten des Köpfchen in den Geburtskanal stattfinden kann. Eine stärkere Kindsbewegung in der Nacht ist nach dieser Akupunktursitzung normal. Ab der 39. Woche bis zur
Geburt wird mit Akupunktur und Bauchmassage die Gebärmutter aktiviert
und so ein wehenlösender Effekt erzielt. In der ersten Sitzung wird ca. alle 10
Minuten die Nadeln stimuliert um Kontraktionen auszulösen. Ab der zweiten Sitzung wird ca. alle 5 Minuten an den Nadeln manipuliert. Meine Erfahrung ist, dass Frauen bei der
ersten Behandlung selber einmal „das Loslassen“ erfahren, bevor sie
in der zweiten Behandlung das Ungeborene loslassen können. In den wenigsten Fällen kommen
schwangere Frauen ein drittes oder viertes Mal für die selbe
Behandlung. Die Geburt
Wenn sie im Spital sind, erkundigen sie sich nach einer Hebamme die eine Akupunktur Ausbildung in Geburtshilfe absolviert hat. Sie kann ihnen helfen die Schmerzen zu
verringern und die Geburt so angenehm wie möglich zu machen. Die Zeit danach- das WochenbettNach chinesischer Auffassung entsteht
nach der Geburt ein Verlust an Qi, Xue und Yin (Energie,
Blut & nährender Faktor). Deshalb ist der „Gegenspieler“, das Yang
in einem relativem Übermass vorhanden, was zu leichtem Fieber und
Schwitzen führen kann. Achten sie deshalb darauf, nicht im
Durchzug (auch Klimaanlage), Wind oder Kälte ausgesetzt zu sein. Essen sie vorwiegend warme Malzeiten.
Empfehlung: Rote und grüne Lebensmittel, Trockenfleisch von Rind und
Pferd, Fisch v.a. Karpfen, roter Traubensaft. Ab dem 2./3. Tag Hühnersuppe trinken ,
sie gibt schnell Kraft und Blut, die sie während der Geburt verloren
haben. Ausserdem hilft sie bei der Produktion von Muttermilch und kann
einer Depression vorbeugen. Wenn sie am dritten Tag ein leichtes Tief
haben so ist das normal, man spricht dann von einem Baby Blues. Verzichten sie wegen dem Stillen auf blähungsfördernde
Nahrungsmittel, auch in der Hühnersuppe. Falls sie zuviel Energie bei der Geburt verloren haben oder ihre Konstitution vor der Empfängnis schon geschwächt war, kann es zu folgenden Symptomen kommen: 1) Nachwehen, 2) Verstopfungen, 3)
Schmerzen der Dammnaht, 4) Erschöpfung,
5) Laktationsstörungen, 6) postnatale
Depression 1) Nachwehen Eigentlich dienen sie der Rückbildung
der Gebärmutter. Wenn jedoch ein Mangel oder eine Blockade in der
Energie entsteht kommt es zu folgenden Symptomen: Dumpf oder sehr
schmerzhafte Bauchschmerzen,
Klumpen im Lochialfluss. Ein Mangel kann durch die Hühnersuppe
stabilisiert werden, da diese ein Tonikum ist. Eine Fülle (krampfartiger Schmerz) kann
nur bedingt mit Ernährung behoben werden. Hier muss man sich bewegen
und Akupunktur oder Massagen einsetzen. 2) Verstopfung Die Opstipation kommt meist durch einen
Säfte- und Blutverlust während und nach der Geburt zustande. Wiederum
ist das Yang im Übermass und der Stuhl wird zu trocken. Die Angst dass die Dammnaht aufreissen könnte
ist bei vielen Frauen auch vorhanden. Tipp: Viel Trinken. Öfters in die Hocke
gehen um die Energie zu bewegen. Bauchmassagen im Urzeigersinn ausführen.
(Der Dickdarm verläuft von rechts unten nach oben, horizontal nach
links und in die linke untere Ecke) Viszerale Therapie (Baucheingeweidemassage)
wirkt sehr gut. Hier ein chin. Rezept zum ausprobieren:
10g Datteln in 1 Liter Wasser kochen, mit Honig süssen und
das Ganze essen und trinken. 3) Schmerzen der Dammnaht Hier gibt es verschiedene Rezepturen die
Frau ausprobieren kann, um die Schmerzen zu erleichtern und die
Wundheilung zu fördern. Sitzbad mit Eichenrinde Kompresse mit Wallwurzsalbe oder Gel Kompresse mit Ringelblumensalbe oder Gel Homöopathische Behandlung mit Arnika und
Staphisagria Sprechen sie allerdings immer mit ihrem
Arzt, falls sie das Gefühl haben, es stimme irgendwas nicht.
4) Erschöpfung Dies kann einfach sein, weil die Mutter Tag und Nacht für ihr Kind da ist und dadurch zu wenig Schlaf bekommt. Deshalb ist es ratsam sich mit dem Partner abzusprechen, damit die Frau ev. am Wochenende auch mal durchschlafen kann. Um genug Energie bereitzustellen ist die
Hühnersuppe besonders geeignet. Überhaupt ist die Ernährung wichtig.
Vor allem Regelmässigkeit und warme Malzeiten einhalten. Akupunktur zum auffüllen
der Energien ist wichtig. 5) Laktationsstörungen Stillprobleme können sich äussern in: Zu wenig Milch, zu wässriger Milch, Milchstau oder Brustdrüsenentzündung. Das Kind kann auch die Milch verweigern. Bei einer Mangelerscheinung, dies macht ca. 80-90% der Stillprobleme aus, ist zu wenig Milch da und die Brüste sind weich und schmerzlos. Hühnersuppe, Hopfen, Fenchel, Haferflocken, Aprikosen, Spargel, Pekannüsse, Löwenzahn, Brenneselkraut und Rotklee sind milchfördernde Lieferanten. Akupunktur um die Laktation zu fördern. Bei einem Milchstau kann die Energie der Leber nicht richtig fliessen. Dies äussert sich in gespannten und schmerzhaften Brüsten. Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen und Spannungsgefühl an der rechten seitlichen Flanke können auftreten. Vermeiden sie saure Lebensmittel und Getränke. Akupunktur um den Leber- Qi Stau zu lösen. Massagen und Bewegung können helfen. Bei einer Brustdrüsenentzündung (Mastitis) sind die Brüste gerötet, schmerzen und fühlen sich heiss an. Ev. haben sie Fieber. In der chin. Medizin ist dies ein eindringender pathogener Faktor der durch die fötale Hitze des Babys auf die Mutter beim Stillen übertragen wird. D.h. wenn in der Schwangerschaft die Emotionen von der Mutter nicht auf das Ungeborene geleitet werden, sollte es nicht zu einer fötalen Hitze des Kindes kommen. Dazu kann ich sagen, dass alle Frauen die bei mir in der Schwangerschaftsbegleitung waren nie eine Mastitis hatten. (Artikel Schwangerschaftsbegleitung siehe 12. Woche) Tipp: Quark- Wickel auf die Brüste legen. Kohlwickel sind auch gut, allerdings richt dies das Kind nicht gerne. Akupunktur um Entzündung zu eliminieren und Toxine auszuleiten. Verweigerung
der Milch Es kann sein, dass ihr Kind nicht gerne Parfum, Deo, Bodylotion etc. riecht oder schmeckt. 6) postnatale Depression Diese Depressionsphase geht über einen längeren Zeitraum und kostet die Frau und das Kind viel Energie. Deshalb ist es äusserst wichtig dies frühzeitig zu behandeln. Hier nun einige Anhaltspunkte. Leichte Form: Müdigkeit, weinerlich, gestörter Schlaf, Unruhe, Nachtschweiss etc. Schwerere Form: Aggression, Verwirrtheit, Schreckhaft, Selbstgespräche, Alpträume, Schlaflos, Herz- Klopfen, Enge im Brustraum und Atemnot, kalte Hände, Kaltschweiss etc.
Wenn eine Energie- Blockade im Herz entsteht, kommt es zu Schmerzen in der Herzgegend. Lippen und Nägel verfärben sich und das Gesicht bekommt einen violetten Tuch. Wenn der Mensch nicht mehr klar sieht, redet der Akupunkteur von „Schleim verschliesst die Sinnesöffnungen“. Bei uns gibt es den Ausdruck: “Vor lauter Bäume den Wald nicht sehen“. Symptome: Starke Erregungszustände, Schreien, Schimpfen, Schlagen (auch gegenüber dem Baby), Verwirrtheit, unkontrolliertes Weinen und Lachen, unzusammenhängendes Sprechen und in sehr schweren Fällen kann dies sogar zum Koma führen.
Eine Depression entsteht v.a. durch Leere der Energien. Man hat mehr ausgegeben als man zur Verfügung hat. Aus einer Leere entsteht gerne ein Stau, da es zu wenig Energie hat um etwas zu bewegen. Chinesen reden auch von Wind. Der Wind gehört zum Element Holz, was die Leber und die Gallenblase beinhaltet. Bei einer Leere kann Wind entstehen und der Wind kann auch alles mit sich führen. Siehe Beispielsweise ein Orkan. Häuser, Bäume, Menschen etc. werden einfach mitgenommen. Wenn der Wind Schleim mit sich führt, verstopft es die Sinnesöffnungen. Man kann nicht mehr klar sehen, denken oder fühlen. Deshalb ist im Inneren alles ausser Kontrolle und der Betroffene führt sich auch so auf. Leidet man an einer leichten Form der Depression, kann Johanniskraut über einen längeren Zeitraum eingenommen, helfen das Gleichgewicht zu finden. Ausserdem ist die Akupunktur sehr geeignet um die Energien aufzubauen und das Yin & Yang wieder ins Lot zu bringen. Bei schwereren Depressionen wird ihnen der Arzt Medikamente verschreiben und sie vielleicht an einen Therapeuten überweisen. Bei dieser Symptomatik ist es nicht so einfach diese aufzulösen, da der Ursprung tieferer Natur ist. Trotzdem habe ich mit Akupunktur, auch in Zusammenarbeit mit Ärzten, gute Erfahrungen mit Patienten gemacht. Anhang Im Normalfall dauert das Wochenbett 6 Wochen. In den ersten Wochen ist der Lochienfluss von rot, zu gelb bis hin zur bräunlicher Farbe. Dann eher gräulich und sollte langsam nach 3 Wochen zu Ende gehen. Wenn noch zu viel Blut verloren geht, kann man dies mit Akupunktur stoppen, damit nicht noch mehr Qi & Blut verbraucht wird. Empfehlenswert ist es auf jeden Fall, 3 Wochen nach der Geburt zur Akupunktur und zur viszeralen Massage zu kommen, um das Yin & Blut aufzubauen. Bildlich gesprochen wäre dies vergleichbar mit einer Lohnerhöhung. © Gabi
Natazzi, Praxis San Bao, 20.01.2009 > www.san-bao.ch
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